Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano, hat eine scharfe Kritik an Präsident Donald Trumps Vorschlag geübt, mehrere Kryptowährungen in eine strategische US-Krypto-Reserve aufzunehmen. Er warnte davor, dass dieser Schritt an Transparenz mangele, Vorwürfe der Marktmanipulation hervorrufe und letztlich der politischen Stellung der Branche schaden könne.
In einem aktuellen Gespräch mit Coindesk erklärte Hoskinson, die Entscheidung, Token wie XRP, Cardanos ADA und Solana zu benennen, sei ohne klares Rahmenwerk, objektive Standards oder öffentlich bekannt gegebene Gewichtungsmethodik getroffen worden.
„Es gab keinen Sinn oder Grund“, sagte Hoskinson. „Wenn mich jemand gefragt hätte, hätte ich nur Bitcoin genommen. Und wenn man mehrere Assets will, dann sollte man einen Index mit klaren Regeln und unabhängiger Aufsicht verwenden.“
Vorwürfe eines mangelhaften Prozesses und Auswirkungen auf den Markt
Hoskinson argumentierte, dass die Ankündigung die Grenze zwischen Regulierung und Beschaffung verschwimmen ließ. Seiner Ansicht nach sollte die Regelfestlegung für Krypto auf klaren Standards für Netzwerke und DeFi basieren, während jeder staatliche Ankauf digitaler Assets strengen, transparenten Beschaffungsregeln folgen sollte.
Stattdessen, so Hoskinson, sei die Reserve-Ankündigung im Grunde „Regieren per Tweet“ gewesen, was einen rasanten Preisanstieg auslöste, von dem frühe Insider profitierten, während Privatanleger Verluste erlitten, als die Kurse später fielen.
Nach Hoskinsons Einschätzung war die Abfolge schädlich. Die Preise stiegen nach der Ankündigung, Insider konnten sich vorab positionieren, und als die Dynamik nachließ, folgten Short-Positionen. „Es war ausbeuterisch“, sagte er und fügte hinzu, dass dieses Ereignis der gesamten Krypto-Industrie unnötig geschadet habe.
Er hinterfragte zudem die Logik der Asset-Auswahl. Wenn die Aufnahme auf der Marktkapitalisierung basiere, hätten auch andere große Netzwerke qualifiziert sein müssen. Der Mangel an Konsistenz, so argumentierte er, verstärke nur den Zweifel daran, wie die Entscheidungen getroffen wurden.
Politische Risiken für die Krypto-Branche
Jenseits der Bedenken zur Marktstruktur warnte Hoskinson vor ernsthaften politischen Konsequenzen. Eine schlecht gestaltete Krypto-Politik, so sagte er, laufe Gefahr, zu einer parteipolitischen Waffe zu werden – insbesondere im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026.
„Das wird zu einer Erzählung, in der Krypto gleich Trump ist, Trump gleich Korruption und damit Krypto gleich Korruption“, sagte er. „Das ist für niemanden in dieser Branche gut.“
Hoskinson prognostizierte, dass die Krypto-Branche mit anhaltenden Untersuchungen rechnen müsse, falls die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückgewinnen. In diesem Umfeld, warnte er, könnte der Vorschlag zur Reserve als Beleg für Vetternwirtschaft und regulatorische Vereinnahmung angeführt werden – unabhängig davon, ob diese Vorwürfe gerechtfertigt sind.
Forderung nach objektiven Standards
Um solche Folgen zu vermeiden, plädierte Hoskinson für einen institutionelleren Ansatz. Er schlug die Schaffung unabhängiger Krypto-Ratingagenturen vor, ähnlich wie sie im Anleihemarkt existieren, sowie den Einsatz klar definierter Indizes für jede staatliche Exponierung gegenüber digitalen Assets.
„Diese Branche braucht Legitimität“, sagte er. „Und Legitimität entsteht durch klare Standards, nicht durch plötzliche Ankündigungen, die die Preise bewegen und später Fragen aufwerfen.“

