- Der Vorsitzende des Senate Banking Committee, Tim Scott, treibt einen umfassenden US-Gesetzentwurf zur Strukturierung des Kryptomarktes für ein Markup im Januar 2026 voran.
- Der Vorschlag zielt darauf ab, klare regulatorische Grenzen zu schaffen, Kleinanleger zu schützen und Blockchain-Innovationen in den USA zu halten.
- Die Gesetzgeber verhandeln über zentrale Themen wie DeFi-Aufsicht, Stablecoin-Regulierung und die Aufteilung der Aufsichtsbehörden.
Vorsitzender Tim Scott hat die US-Regulierung digitaler Vermögenswerte offiziell in ihre bisher entscheidendste Phase gebracht. Mit einem angesetzten Komiteemarkup prüft der Kongress nun, ob Amerika klare Kryptoregeln festlegen kann oder riskiert, die Branche an ausländische Märkte zu verlieren.
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Senate Banking Committee treibt Kryptoregulierung in Richtung Entscheidungsabstimmung
Das US Senate Banking Committee bereitet sich darauf vor, ein umfassendes Gesetz zur Strukturierung des Marktes für digitale Vermögenswerte zu bearbeiten. Dies markiert einen Wendepunkt im Umgang Washingtons mit der Aufsicht über Kryptowährungen.
Vorsitzender Tim Scott bestätigte, dass der Gesetzentwurf darauf ausgelegt ist, klare regulatorische Grenzen zu setzen und dabei Innovation, Anlegerschutz und nationale Sicherheit auszubalancieren. Laut dem Ausschuss konzentriert sich die Gesetzgebung darauf, die „Main Street“ zu schützen, illegale Aktivitäten zu verhindern und sicherzustellen, dass die Kryptotechnologie-Entwicklung in den Vereinigten Staaten verankert bleibt, anstatt in nachgiebigere Gerichtsbarkeiten abzuwandern.
Dieses Markup folgt auf monatelange Anhörungen, Konsultationen mit Interessengruppen und parteiübergreifende Verhandlungen. Die Republikaner des Senats veröffentlichten ihre ersten Prinzipien zur Marktstruktur Mitte 2025, gefolgt von zwei Diskussionsentwürfen und einer breiten Anfrage nach Informationen von Branchenakteuren. Die aktuelle Version stellt den bisher ausgereiftesten Versuch dar, zu definieren, wie digitale Vermögenswerte in das US-Finanzrecht passen.
Warum Marktstruktur zum wichtigsten politischen Thema für Krypto geworden ist
Die Gesetzgebung zur Marktstruktur geht weit über einfache Compliance hinaus. Der Gesetzentwurf versucht in seiner Mindestform, Fragen zu beantworten, die die Kryptoindustrie seit Jahren beschäftigen:
- Welche digitalen Vermögenswerte gelten als Wertpapiere und welche als Rohstoffe?
- Welche Aufsichtsbehörde ist für welche Kategorie zuständig?
- Wie können Börsen, Broker und Verwahrer legal über verschiedene Anlageklassen hinweg agieren?
Mangels gesetzlicher Klarstellungen mussten die Unternehmen auf Durchsetzungsmaßnahmen, vereinzelte Leitlinien und Gerichtsentscheidungen zurückgreifen, um ihre Pflichten zu interpretieren. Vorsitzender Scott argumentiert, dass diese Unsicherheit Investitionen abschreckt und Innovationen vertreibt.
Klare Regeln würden im Gegenzug institutionelle Beteiligung ermöglichen, die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern und die rechtlichen Risiken minimieren, die die Krypto-Adoption in den USA zum Erliegen gebracht haben.
Anlegerschutz und nationale Sicherheit im Mittelpunkt
Laut den Unterstützern des Gesetzentwurfs ist dieser nicht nur innovationsfreundlich, sondern vor allem defensiv ausgerichtet. Das Rahmenwerk stellt den Schutz von Kleinanlegern, höhere Transparenz und Betrugspräventionsmechanismen in den Vordergrund. Es soll zudem die Möglichkeiten ausländischer Feinde oder krimineller Banden einschränken, dezentrale Systeme zur Geldwäsche, Umgehung von Sanktionen oder zur Begehung von Straftaten mittels Computern zu nutzen.
Aus Sicht des Ausschusses ist es sicherer, Krypto im US-Finanzsystem zu regulieren, als es außer Kontrolle geraten zu lassen und dadurch einer Regulierung zu entziehen. Diese Argumentation hat dazu beigetragen, dass beide Parteien Interesse an dem Vorschlag zeigen, obwohl weiterhin Streit über die Strenge der endgültigen Vorschriften besteht.
Überparteiliche Unterstützung entscheidet über das Schicksal des Gesetzentwurfs
Das bevorstehende Markup wird ein früher Test dafür sein, ob der Gesetzentwurf echte überparteiliche Unterstützung gewinnen kann.
In einem eng geteilten Senat erfordert das Vorantreiben eines bedeutenden Gesetzes in der Regel die Unterstützung mehrerer demokratischer Senatoren. Frühere Gesetzesentwürfe zu Krypto haben gezeigt, dass überparteiliche Koalitionen möglich, aber nicht garantiert sind.
Eine starke Abstimmung im Ausschuss würde die Chancen des Gesetzentwurfs, den Senat zu erreichen und letztlich Gesetz zu werden, deutlich erhöhen. Ein schwaches oder rein parteiisches Ergebnis könnte den Fortschritt hingegen bis weit ins Jahr 2026 verzögern, insbesondere wenn der Wahlkampf an Fahrt aufnimmt.

