Die französische Aufsichtsbehörde sagt, dass einige Krypto-Unternehmen nicht reagieren, während die EU-Lizenzfrist näher rückt.
Von Elizabeth Howcroft
PARIS, 13. Januar (Reuters) – Fast ein Drittel der Krypto-Unternehmen ohne EU-Lizenz in Frankreich hat der Aufsichtsbehörde noch nicht mitgeteilt, ob sie die unter den neuen EU-Vorschriften erforderliche Lizenz beantragen oder den Betrieb bis Juli einstellen wollen, warnte die französische Finanzmarktaufsicht am Dienstag.
Nach den Krypto-Regeln der Europäischen Union, MiCA, müssen Krypto-Unternehmen von nationalen Aufsichtsbehörden Lizenzen erhalten, um im gesamten Block tätig werden zu dürfen.
Diese Vorschriften, ein wegweisendes Regulierungspaket, traten im vergangenen Jahr in Kraft, um Krypto-Assets einer formalen Regulierung zu unterstellen.
Stephane Pontoizeau, Exekutivdirektor der Aufsichtsabteilung für Marktintermediäre und Marktinfrastrukturen bei der AMF, sagte Journalisten in Paris, dass die Aufsichtsbehörde im November Briefe an Unternehmen verschickt habe, um sie daran zu erinnern, dass der Übergangszeitraum des Landes am 30. Juni dieses Jahres endet.
Von etwa 90 registrierten Krypto-Unternehmen in Frankreich, die keine MiCA-Lizenz besitzen, haben bereits 30 % einen Lizenzantrag gestellt und 40 % streben keine Lizenz an.
Die verbleibenden 30 % haben der Aufsichtsbehörde ihre Pläne nicht mitgeteilt und auch nicht auf das Schreiben im November reagiert, sagte Pontoizeau und fügte hinzu, dass ihm diese Gruppe Sorgen bereite.
'GEORDNETE ABWICKLUNGSPLÄNE'
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erklärte im Dezember, sie erwarte, dass Krypto-Unternehmen ohne MiCA-Genehmigung entweder "geordnete Abwicklungspläne" umgesetzt haben oder solche Pläne bis zum Ende des Übergangszeitraums, der je nach EU-Land variiert, vorliegen.
MiCA-Lizenzen wurden bereits an Krypto-Unternehmen wie die US-Börse Coinbase, den Stablecoin-Emittenten Circle und das britische Fintech Revolut vergeben.
Im vergangenen Jahr drohte Frankreich damit, die „Passportierung“ von in anderen Mitgliedstaaten erteilten Lizenzen anzufechten, da man befürchtete, Unternehmen würden sich gezielt Rechtsordnungen mit lockereren Lizenzstandards aussuchen.
Im Dezember schlug die Europäische Kommission vor, dass die ESMA Krypto-Unternehmen auf zentraler EU-Ebene beaufsichtigen solle, was von einigen Ländern abgelehnt wird.
In ihren Plänen für 2026 bekräftigte AMF-Präsidentin Marie-Anne Barbat-Layani zudem Frankreichs Unterstützung für die Stärkung der europäischen Kapitalmärkte und für die Ausweitung der Befugnisse der ESMA.
(Bericht von Elizabeth Howcroft; Redaktion: Tommy Reggiori Wilkes und Jan Harvey)
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