Swift und Chainlink haben sich gemeinsam zu einer der bemerkenswertesten Partnerschaften zwischen traditioneller Finanzwelt und Blockchain-Technologie entwickelt. Seit fast einem Jahrzehnt verfolgen beide Organisationen ein gemeinsames Ziel: Finanzinstitutionen die Teilnahme an Blockchain-Netzwerken zu ermöglichen, ohne dabei auf bestehende Infrastruktur, Nachrichtenstandards und operative Kontrollmechanismen verzichten zu müssen.
Swift ist eine Plattform mit täglichen Transaktionen im Billionenbereich, die auf ihrem globalen Nachrichten-Netzwerk basiert, während Chainlink das größte Orakel- und Interoperabilitätsnetzwerk für Blockchains geworden ist. Gemeinsam etablieren sie das Fundament für die institutionelle Einführung tokenisierter Vermögenswerte, kettenübergreifender Abwicklung und automatisierter Finanzprozesse.
Frühe Grundlagen auf der Sibos gelegt
Die Ursprünge reichen bis zur Sibos 2016 zurück, als viele Bereiche der Finanzindustrie Blockchain noch als experimentelle Technologie betrachteten. Chainlink-Mitbegründer Sergey Nazarov zeigte damals eine Vision intelligenter Verträge, die mit realen Informationen und Zahlungssystemen interagieren können.
Mit Hilfe von Orakel-Infrastruktur zeigten erste Demonstrationen, wie Finanzinformationen Onchain-Verträge informieren und Swift-basierte, ISO 20022-konforme Zahlungsnachrichten auslösen können. Diese Konzeptdemonstration vermittelte eine entscheidende Erkenntnis: Blockchains können die Finanzmärkte nur dann verbessern, wenn sie mit bestehenden Systemen interoperabel sind.
Beschleunigung der Interoperabilität zwischen Netzwerken
Als Chainlink produktiv eingesetzt wurde und im Bereich der dezentralen Finanzen alltäglich wurde, setzte Swift die Erkundung von Blockchain-Kapitalmärkten fort. Ihre Zusammenarbeit mit der Industrie nahm durch Branchenkonferenzen wie SmartCon und von Swift ausgerichtete Veranstaltungen zu, auf denen beide Gruppen darlegten, wie Institutionen Backend-Systeme mit Hilfe bekannter Standards an eine Reihe von Blockchains anbinden können.
Der größte Durchbruch war die Implementierung des Chainlink CrossChain Interoperability Protocol (CCIP). Diese Technologie ermöglicht den Transfer von Daten und Token zwischen öffentlichen und privaten Blockchains – ausgelöst durch Swift-Nachrichten. Diese Strategie macht Swift zu einem institutionellen Zugangstor zu einem schnell wachsenden Onchain-Ökosystem.
Pilotprojekte für Institutionen und reale Anwendungsfälle
Die Allianz wagte sich durch Pilotprojekte in groß angelegte Industrieanwendungen. 2023 arbeiteten Swift und Chainlink mit führenden Banken und Marktinfrastrukturen zusammen, um einen sicheren kettenübergreifenden Austausch tokenisierter Vermögenswerte zu demonstrieren. Diese Experimente zeigten, dass Institutionen Abwicklungsprozesse über mehrere Netzwerke hinweg modellieren konnten, ohne ihre Hauptsysteme neu aufsetzen zu müssen.
Parallel dazu wurde ein weiterer kritischer Anwendungsfall relevant: die Abwicklung von Unternehmensereignissen. Drei Jahre später standardisierten Swift und Chainlink gemeinsam mit globalen Verwahrstellen und Asset Managern die Beschaffung, Validierung und Verteilung von Unternehmensereignisdaten durch die Integration von KI, Orakelnetzwerken und Blockchains. Das Ergebnis sind reinere Daten, schnellere Prozesse und geringeres operationelles Risiko.
Integration tokenisierter Vermögenswerte in bestehende Zahlungswege
Die Abwicklung ist eine große Herausforderung für Institutionen, die sich in digitale Vermögenswerte wagen. 2024 präsentierten Swift, Chainlink und UBS Asset Management ein Modell, in dem die Zeichnung und Rückgabe von tokenisierten Fonds über Offchain-Fiat-Zahlungen abgewickelt werden kann. Chainlink koordinierte dabei die Onchain-Ausgabe und das Verbrennen der Token; Swift leitete Zahlungsrouten über bestehende Systeme.
2025: Schaffung institutioneller Standards
2025 erfolgte ein weiterer Schritt der Partnerschaft mit der Einführung des technischen Standards für Digital Transfer Agent. Dieses auf der Sibos vorgestellte Framework ermöglicht es Institutionen, Workflows für tokenisierte Fonds außerhalb der bestehenden Systeme direkt über ISO 20022-Nachrichten, die über Swift gesendet und durch die Runtime Environment von Chainlink koordiniert werden, zu verwalten.
Inzwischen lief auch die zweite Welle des Programms für Unternehmensereignisse an, um die Produktionsbereitschaft zu erreichen. Neue Validierungsrollen wurden implementiert, um die Datenqualität sicherzustellen, und bestätigte Datensätze werden dank CCIP zwischen Swift und verschiedenen Blockchain-Netzwerken verteilt. Dies entwickelt sich von Experimenten hin zu einer industriegerechten, skalierbaren Umsetzung.
Eine gemeinsame Vision für Onchain-Finanzgeschäfte
Swift, Chainlink und mehrere führende Finanzinstitute betonten während der Sibos und SmartCon 2025 die Bedeutung gemeinsamer Standards und verifizierbarer Daten, während die Märkte Onchain gehen. Das Thema war gleich: Interoperabilität, Sicherheit und die Kontinuität von Geschäftsabläufen sind für die institutionelle Einführung nicht verhandelbar.
Swift und Chainlink befähigen Institutionen, in digitale Vermögensmärkte einzusteigen, indem sie Blockchain-Innovationen mit bewährter Finanzinfrastruktur verbinden. Wie ihre Partnerschaft zeigt, wird Zusammenarbeit statt Disruption die nächste Phase der globalen Finanzwelt prägen.
