Laut PeckShield, einem auf Blockchain-Sicherheit spezialisierten Unternehmen, erlitt die Kryptowährungsbranche bis Ende 2025 einen Rekord-Verlust von über 4,0 Milliarden US-Dollar. Dies stellt einen anhaltenden Trend zu zunehmender Komplexität und Raffinesse bei den Arten von Cyberangriffen auf den Bereich digitaler Vermögenswerte dar und macht 2025 zu einem der schlimmsten Jahre für die Sicherheit der Kryptowährungsbranche.
In einem aktuellen jährlichen Sicherheitsbericht von PeckShield wurde berichtet, dass im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 die gestohlene Summe in der Branche um 34,2 % gestiegen ist. Der gesamte Geldverlust belief sich auf 4,04 Milliarden US-Dollar, was höher ist als die 3,01 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Der Großteil dieses Verlusts wurde auf direkte Hacks (2,67 Milliarden US-Dollar) zurückgeführt, was einem Anstieg von 24,2 % gegenüber 2024 entspricht. Die zweithäufigste Ursache für Verluste waren betrügerische Aktivitäten/Scams, die Diebstähle in Höhe von 1,37 Milliarden US-Dollar und einen Anstieg von 64,2 % gegenüber 2024 verursachten.
Der Bybit-Verstoß – Wendepunkt für die Kryptosicherheit
Im Jahr 2025 war die größte Katastrophe der Hack im Februar bei Bybit, der katastrophale finanzielle Auswirkungen auf die Kryptowährungsbranche hatte. Die Sicherheitsverletzung bei Bybit führte zu Verlusten von 1,5 Milliarden US-Dollar und stellt den größten Krypto-Diebstahl der Geschichte dar. Dieses Ereignis hat die Art und Weise verändert, wie Gespräche über die Sicherung der Börse und die Kontrolle des internen Zugriffs geführt werden.
Abgesehen von Bybit gab es weitere Angriffe, die verschiedene Angriffsvektoren und Schwachstellen für das Krypto-Ökosystem aufzeigten. Der Hack der dezentralen Börse Cetus am 22. Mai führte zu einem Verlust von 223 Millionen US-Dollar für Nutzer innerhalb von nur 24 Stunden nach dem Angriff. Im August wurde die größte Krypto-Börse der Türkei, BtcTurk, zum zweiten Mal innerhalb von 13 Monaten gehackt, wobei Verluste in Höhe von 48 Millionen US-Dollar entstanden.
Kompromittierung privater Schlüssel und Probleme bei der Wiederherstellung
Vielleicht das Beunruhigendste für die Branche: Die Menge an gestohlenen Kryptowährungen, die erfolgreich wiederhergestellt wurden, ist praktisch verschwunden. Im Vergleich zu den 488,5 Millionen US-Dollar an zurückgewonnenen digitalen Vermögenswerten im Jahr 2024 wurden im Jahr 2025 nur 334,9 Millionen US-Dollar wiederhergestellt, was trotz steigender Verluste einen deutlichen Rückgang der Wiederherstellungsbemühungen darstellt.
Kompromittierungen privater Schlüssel wurden im gesamten Jahr 2025 zu einer der hartnäckigsten Schwachstellen. Stream Finance verlor am 4. November 93 Millionen US-Dollar, Phemex erlitt früher im Jahr einen Verlust von 85 Millionen US-Dollar, und es gab mehrere Vorfälle in kleineren Bereichen, die zeigten, dass selbst scheinbar ausgeklügelte Sicherheitsvorkehrungen weiterhin menschlichen Fehlern und mangelnder Aufsicht unterliegen. Laut umfassender Marktanalyse zeichnete der kumulierte Trend im Jahr 2025 ein deutliches Bild einer sich verschärfenden Bedrohungslage.
Social Engineering und gezielte Angriffe auf Nutzer
Während technische Exploits für Schlagzeilen sorgten, waren Social Engineering sowie gezielte Betrugsmaschen für erhebliche Verluste verantwortlich. Address Poisoning-Angriffe wurden immer häufiger und nutzen das Verhalten der Nutzer aus, nicht nur technische Schwachstellen. Bei diesen Methoden senden Angreifer kleine Transaktionen von Adressen, die offensichtlich legitimen Adressen ähneln, in der Hoffnung, dass Opfer später beim Kopieren aus ihrer Transaktionshistorie versehentlich die betrügerische Adresse verwenden.
Der Exploit der Version 2.68 der Chrome-Erweiterung von Trust Wallet im Dezember 2017 führte laut On-Chain-Ermittler ZachXBT zu Verlusten von mehr als 6,7 Millionen US-Dollar. Dieser Vorfall unterstreicht, dass selbst Non-Custodial Wallets nicht sicher vor Angriffen sind, wenn Nutzer kompromittierte Software verwenden.
Fazit
Die Verluste in Höhe von 4,04 Milliarden US-Dollar im gesamten Jahr 2025 sind nicht nur ein finanzieller Rückschlag für die Kryptowährungsbranche. Sie stellen eine grundlegende Herausforderung für die Glaubwürdigkeit und langfristige Lebensfähigkeit des Sektors dar. Da sich die Branche ständig weiterentwickelt, war der Kontrast zwischen Innovation und Sicherheit noch nie so deutlich. Die Herausforderung für 2026 wird darin bestehen, kurzfristige Verbesserungen in dauerhafte Sicherheitsgewinne umzuwandeln, bevor der nächste große Verstoß erfolgt.
