Bank of America-Berater empfehlen endlich Bitcoin, aber die „bescheidene“ Allokation ist die größere Überraschung
Am Montag, dem 5. Januar, wird etwas, das auf dem Papier klein erscheint, in der Praxis riesig – nämlich der Moment, in dem ein Mainstream-Vermögensberater in den USA endlich das Offensichtliche offen aussprechen kann.
Die Vermögensplattformen von Bank of America – Merrill, Bank of America Private Bank und Merrill Edge – werden es Beratern ermöglichen, Krypto-Exchange-Traded-Produkte zu empfehlen. Intern vertritt man die Ansicht, dass eine „moderate“ Allokation von 1 % bis 4 % für Kunden sinnvoll sein kann, die mit Schwankungen leben können.
Das mag wie eine Randnotiz in einem Markt klingen, der schon alles erlebt hat – vom Meme-Hype bis zu regelrechten Zusammenbrüchen –, doch dies ist eines der klarsten Zeichen dafür, dass das nächste Kapitel von Bitcoin in genau den Büros geschrieben wird, in denen Menschen immer noch Risikofragebögen ausdrucken.
### Der menschliche Moment, eine Kundenfrage, eine Beraterantwort
Stellen Sie sich den durchschnittlichen Vermögenskunden vor – keinen Daytrader, keinen Krypto-Native, sondern jemanden, der einen breiten Mix aus Aktien und Anleihen besitzt, vielleicht einige Fonds, die er seit Jahren hält.
Er hat seit einem Jahrzehnt von Bitcoin gehört, gesehen, wie Freunde am Hoch prahlten, am Tief verschwanden und dann leise zurückkehrten – und hat selbst größtenteils nichts unternommen. Selbst als Spot-Bitcoin-ETFs aufkamen, steckten viele Kunden noch im selben Dilemma: Neugier auf der einen Seite, fehlende Erlaubnis auf der anderen.
Die Änderung der Bank of America durchbricht diesen Kreislauf. Ab dem 5. Januar 2026 wechseln Berater von der bloßen Ausführung eines Handels dazu, regulierte Krypto-Produkte als Teil eines Portfolios empfehlen zu können – was zählt, weil Beratung dort ansetzt, wo sich Gewohnheiten bilden. Wenn etwas als „kleiner Portfolio-Anteil“ statt als „Zockerei“ dargestellt wird, hört es auf, eine spontane Nacht-und-Nebel-Entscheidung zu sein, und wird zum festen Posten im Portfolio.
### Was den Kunden tatsächlich angeboten wird
In der Praxis ist dieser erste Schritt sehr Bitcoin-lastig.
Branchenberichte besagen, dass das anfängliche Angebot vier Bitcoin-ETPs umfasst, darunter den Bitwise Bitcoin ETF, Grayscales Bitcoin Mini Trust, Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund und BlackRocks iShares Bitcoin Trust.
Hier gibt es auch ein wichtiges operatives Detail: Berater müssen offenbar eine Schulung absolvieren, außerdem gibt es ein Papier mit Umsetzungs- und Allokationsrichtlinien vom Chief Investment Office. Das klingt langweilig – und genau das ist der Punkt.
Bitcoin braucht keinen weiteren Hype-Zyklus. Es braucht eine Distribution, die auch einen schlechten Monat übersteht.
### Warum 1 % bis 4 % dennoch eine große Sache sein können
Vier Prozent klingen winzig – bis man sich vergegenwärtigt, wie Vermögen tatsächlich bewegt werden.
Große Beratungsplattformen schalten selten einfach einen Schalter um und schicken Milliarden über Nacht in einen neuen Vermögenswert. Sie erlauben zunächst ein Produkt, entwickeln einen Prozess, schulen die Berater, wie sie darüber sprechen, und lassen die Akzeptanz langsam voranschreiten – Kunde für Kunde, Review-Gespräch für Review-Gespräch.
Gerade diese schrittweise Adoption unterscheidet diesen Schritt von typischen Krypto-Schlagzeilen.
Die Vermögensverwaltungseinheit der Bank of America ist riesig. Laut Reuters verwaltet das Kerngeschäft der Bank – einschließlich Merrill und der Private Bank – rund 4,6 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen.
Hier ist eine einfache Überlegung:
Wenn nur 5 % dieser Vermögenswerte schließlich einen 2 %-igen Bitcoin-Anteil erhalten, ergibt das etwa 4,6 Bio. USD x 5 % x 2 % – also rund 4,6 Milliarden USD. Bei einer Adoption von 10 % und 4 %-Anteil wären es 18,4 Milliarden USD. Das sind Szenarien, keine Prognosen – aber die Aussage bleibt: Kleine Portfoliogewichte auf riesigen Plattformen summieren sich schnell.
Selbst das niedrigste Szenario ist relevant, weil die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs oft in Schüben erfolgen und der Grenzkäufer häufig den Preis am Kryptomarkt bestimmt.
### Das Timing: Bitcoin ist angeschlagen, bleibt Mainstream und volatil
Dieser Wandel kommt nach einem Jahr, das alle daran erinnert hat, was Bitcoin wirklich ist.
Reuters berichtete, dass Bitcoin im Oktober 2025 ein Allzeithoch über 126.000 USD erreichte, dann jedoch einbrach, als makroökonomische Schocks die Risikobereitschaft dämpften. Analysten stellten fest, dass Bitcoin sich zunehmend wie ein Risk-Asset verhält.
Auch die Bank of America selbst verwies auf die Kehrseite: Laut Reuters verlor Bitcoin im November 2025 mehr als 18.000 USD – der größte monatliche Dollar-Verlust seit Mai 2021.
Das ist der Hintergrund: Die Volatilität verschwindet nicht, sie wird institutionalisiert.
Aktuell wird Bitcoin laut CoinMarketCap bei etwa 92.000 USD gehandelt – man sieht dort auch das Oktoberhoch und den Abstand dazu. Für Langzeitinhaber ist das vertraut. Für Vermögenskunden, die gleichmäßige Linien bevorzugen, ist es ein Warnhinweis.
### Die Makroebene: Warum das 2026 noch wichtiger werden könnte
Vieles von Bitcoins nächstem Schritt wird außerhalb der Kryptoszene entschieden.
Die US-Notenbank strebt derzeit einen Leitzinskorridor von 3,50 % bis 3,75 % an. Die Inflation lag im November im Jahresvergleich bei 2,7 %.
Diese Zahlen sind wichtig, weil Krypto weiterhin von Liquidität und Stimmung lebt. Lockeres Geld hilft spekulativen Assets. Klebrige Inflation und Zinsunsicherheit wirken entgegen. Bitcoin ist reif genug, um in Mainstream-Portfolios aufzutauchen, aber noch nicht reif genug, um das Makroklima zu ignorieren.
Deshalb ist der Rahmen der Bank of America so aufschlussreich. Berater erhalten die Anweisung, digitale Assets wie einen Satellitenanteil für Kunden zu behandeln, die mit Volatilität umgehen können. Reuters zitiert die Bank mit der Warnung, dass spekulative Aktivitäten die Preise über den „wahren Nutzen“ hinaustreiben können.
Das ist die traditionelle Finanzsprache für das Offensichtliche: Bitcoin kann wertvoll sein, aber die Fahrt bleibt rau.
### Was das für Bitcoin ermöglicht – und was nicht
Das macht die Bank of America nicht über Nacht zur Krypto-Bank. Es garantiert keinen Zufluss von Milliarden. Es tilgt nicht die Narben von 2022 oder den Kater von Ende 2025.
Was es bewirkt, ist nachhaltiger.
Es bringt Bitcoin-ETFs auf den Radar des ganz normalen Geldes in den USA: Altersvorsorgeübertragungen, College-Fonds, Unternehmer, die eine Firma verkauft haben, Familien, die einmal im Jahr ihr Portfolio überprüfen und dann ihr Leben weiterleben.
Genau nach dieser Art von Nachfrage hat Bitcoin immer gesucht – weil sie weniger emotional, prozessorientierter und langlebiger ist.
Ironischerweise ist die diskutierte Allokation klein – der kulturelle Wandel jedoch enorm. Bitcoin wird immer stärker in das System absorbiert, das es eigentlich umgehen wollte, und jedes Mal wird die Preisentwicklung weniger von einzelnen Auslösern bestimmt, sondern mehr von einem stetigen Prozess aus Legitimation, Distribution und Makro-Bedingungen.
Der 5. Januar ist ein Kalendertag. Für Bitcoin ist es ein weiterer Schritt hin zu einem Asset, über das man beim Abendessen nicht mehr streitet, sondern das man als unangenehmen, volatilen und zunehmend unvermeidlichen Bestandteil moderner Geldanlage behandelt.
Der Beitrag „Bank of America advisers are finally recommending Bitcoin, but the ‘modest’ allocation is the bigger shock“ erschien zuerst auf CryptoSlate.
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